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HEMMOOR. Egal ob Klarinette, Kontrabass oder Klavier: Der Ton macht die Musik - und der muss sitzen. In der Musikschule An der Oste erhalten fast 800 Schüler von 27 Musikpädagogen dafür ihre Ausbildung.

Nach dem tragischen plötzlichen Tod von Musikschulleiter Peter Knoch stand für alle fest, dass es so reibungslos wie möglich weiter gehen soll. Betriebsrat Wolfgang Haack (49) stellte sich der Verantwortung. Jetzt hat ihn der Vorstand mit der Führungsrolle als neuer Musikschulleiter betraut.

Reinhard Gramm, Vorsitzender des Vereins Musikschule An der Oste: "Wir brauchten jemanden, der vor Ort die Gepflogenheiten kennt - und haben daher erst mal intern ausgeschrieben. Da hat sich schnell herausgestellt, dass Wolfgang Haack der geeignete Mann ist. Das hätten auch die Rückfragen innerhalb des Kollegiums ergeben.

Der Lehrer für E-Bass, Kontrabass, Keyboard sowie verantwortlich für die studienvorbereitende Ausbildung ist seit elf Jahren an der Musikschule in Hemmoor tätig, davon vier Jahre als Betriebsrat. In dieser Rolle empfand er es als "fruchtbar und hilfreich", mit Peter Knoch über Pläne und Projekte diskutieren zu können.

Wolfgang Haack stammt aus Himmelpforten. Schon früh wusste das Beamtenkind, "dass ich etwas mit Musik machen würde". Doch nach der Schule wurde darauf Wert gelegt, "etwas Anständiges" zu lernen. Dass die Klavierbauerlehre bei Schimmel in Braunschweig nichts für ihn war, merkte er fix - und schmiss hin. Nach dem Zivildienst folgte an der Hamburger Hochschule für Musik sein Studium bei D. Glawischnik und er begann anschließend in Buchholz als Musiklehrer. Aber nicht nur: Er sammelte mit seinem Kontrabass auch wertvolle Erfahrungen als Studio- und Bühnenmusiker. Chris Norman, Howard Carpendale, Hubert Kah, Matthias Reim oder Lotto King Karl sind Showgrößen, mit denen er zusammengearbeitet hat. "Ich kenn' die Szene," sagt Wolfgang Haack trocken und fügt schnell hinzu: "Diese Kraft habe ich mittlerweile nicht mehr, ich bin froh unterrichten zu können."

Seine neue Rolle als Leiter der Musikschule versteht er als Herausforderung. Bei aller Wertschätzung für das Wirken seines Vorgängers möchte er eigene Akzente setzen: "Ich bin nicht Peter Knoch - es wird hier anders laufen."

So plant er, den Standort als "Kompetenzzentrum in Sachen Musik" weiter zu stärken - vor allem durch ein größeres Netzwerk. Er strebt engere Zusammenarbeit mit den Kirchen an, aber auch mit weiteren Aktiven der regionalen Musikszene, etwa dem Culturkreis. "Ich möchte alle, die hier Musik machen, noch mehr und intensiver ins Boot holen." Dies gilt explizit für die Jugendküstenklassik, für deren Fortbestand "in etwas anderer Gestalt" mit mehr Engagement aus der Region er sich stark macht: Wir haben hier schließlich viele tolle Künstler."

Dass Musikschule sich im Wandel befindet, ist auch in Hemmoor zu spüren. So gibt es bereits Kooperationsverträge mit den beiden Grundschulen Basbeck und Neuhaus sowie fünf Kindergärten. Die Tendenz geht immer weiter dahin, dass mit zunehmenden Betreuungszeiten an Schulen oder Kitas die Musikschulen gefordert sind und sich dort als verlässlicher, kompetener Partner zeigen müssen. "Viele Kollegen sind kreativ und sehen das als Herausforderung," Wichtiges Anliegen ist ihm, alle mit auf diese Reise zu nehmen und gleichwohl den Musikschulstandort in Hemmoor zu stärken. Und wenn dann auch noch die akute Raumnot ("wir platzen hier wirklich aus allen Nähten") im Domizil am Heidestrandbad ein schnelles Ende findet, dann ist Wolfgang Haack rundum zufrieden.

Von Wiebke Kramp
Alle, die Musik machen, ins Boot holen!
Am 9. Oktober 2010 verstarb plötzlich und unerwartet Peter Knoch, Leiter der Musikschule an der Oste e.V. im Alter von 54 Jahren. Peter Knoch hat mit großem persönlichem Engagement und mit hoher fachlicher Kompetenz die Musikschule an der Oste e.V. in Hemmoor aufgebaut und entwickelt. Dabei hat er für den Bereich der musikalischen Bildung beispielhafte Impulse gesetzt, die weit über das Einzugsgebiet der Musikschule und den Landkreis Cuxhaven hinaus aufgenommen wurden. Insbesondere lag Peter Knoch die Zusammenarbeit seiner Musikschule mit Schulen, Kindergärten und mit der Laienmusik sehr am Herzen. Die vielen gelungenen und lebendigen Kooperationen, der große und stetig wachsende Zuspruch, den die Musikschule aus allen Teilen der Bevölkerung erfährt, zeugen davon, wie erfolgreich sein Wirken an dieser Stelle war. Das Zusammenführen von Menschen, die gelebte Gemeinschaft mit und durch Musik war Peter Knoch ein immerwährendes Anliegen. Im Kreis der Kolleginnen und Kollegen war Peter Knoch ein überaus geschätzter und geachteter Kollege. Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen wird ihn und seine fruchtbare Arbeit in bleibender Erinnerung behalten.


Klaus Bredl
Landesverband niedersächsischer Musikschulen trauert um Peter Knoch
Wenn die Jugend musiziert, denken viele an die ersten musikalischen Gehversuche von kleinen Kindern. Wenn aber Preisträger vom Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf die Bühne treten, kann man sicher sein, dass hier junge Musiker und Musikerinnen einen konzertreifen Vortrag auf hohem Niveau den Zuhörern präsentieren. So geschehen auch am letzten Sonntag beim alljährlichen Preisträgerkonzert im Cadenberger Ratssaal.  Die Musikschule "An der Oste" richtete dieses Konzert in Zusammenarbeit mit Regionalausschuss  "Jugend musiziert" und dem Deutschen Tonkünstlerverband gemeinsam aus und bot somit den Preisträgern aus der näheren Region noch einmal die Möglichkeit,  einem breiten Publikum  einen Auszug ihrer Programme zu präsentieren. Für Jugendliche, die sich eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb erspielt haben, war es eine willkommene Gelegenheit, ihr Programm „frisch“ zu halten.

Das Konzert eröffnete Katharina Cerff (Violine-solo) mit dem Allegro aus dem „Konzert a-moll“ von A. Vivaldi.  Katharina Cerff startete in der Altersgruppe Ib und erhielt beim Wettbewerb einen ersten Preis. In dieser Altersgruppe ist leider eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb noch nicht möglich. Die junge Geigerin wurde von ihrer Mutter Stephanie Cerff am Klavier begleitet.

Sophie v. Schwerin (Querflöte) und Madita Halter (Klavier) erfreuten mit gutem Zusammenspiel beim "Madrigal" von Gaubert.) Das Duo konnte sich in Cuxhaven in der Altersgruppe IV einen zweiten Preis erspielen.

Mit dem  „Oberek I“ von Bacewicz betrat Astrós Oskarsdóttir mit ihrer Violine die Bühne. Ihr ausdrucksvoller und sicherer Beitrag wurde vom Publikum mit viel Applaus belohnt.  Astrós Oskarsdóttir wurde in der Altersgruppe III ein 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb zuerkannt. Begleitet wurde  sie  am Flügel von Gudula Senftleben.

Henning Christophersens  Interpretation des ersten Satzes der „Sonatine Op. 100“ von A. Dvorák für Violine und Klavier sowie seine  Bühnenpräsenz begeisterten die Zuhörer an diesem Nachmittag. Mit der Begleitung am Flügel von Anja Wackhusen erntete Henning Christophersen, 2. Preisträger in der Altersgruppe IV, den aufrichtigen Beifall des Publikums.

Dass „Jugend musiziert“ viele musikalische Facetten hat, stellte die Band der Musikschule „An der Oste“ unter Beweis. In der Wertung „regionaler Ensemblewettbewerb“ der Altersgruppe VI zeigten Sarah Brümmer (Gesang), Julia Patjens  (Keyboard),  Jasmin Hertel (Keyboard), Torben Richter (Keyboard), Henrik Patjens (Bass) und Peter Detje (Schlagzeug) einmal mehr die enorme   Bandbreite musikalischer Jugendarbeit in Musikschulen. Dass man gezwungenermaßen trotz elektronischer Verstärkung nicht unbedingt unangenehme Lautstärken produzieren muss, stellte die Band mit den Titeln „Logical Song“ von Supertramp und „Every Breath You Take“ von Police eindrucksvoll unter Beweis. Ihr Beitrag wurde mit einem silbernen Toni am Wettbewerbstag belohnt.

Nach der Pause setzte die Otterndorfer Violinistin Kristina Genrich mit dem „Concertino Op. 21 a-moll“ von Rieding das Programm fort. Mit Ihrem virtuosen Spiel konnte sich Kristina in der Wertung Violine-solo der Altersgruppe III  einen ersten Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb erspielen. Ihre meisterlich anmutende Beherrschung der Violine, wie auch ihr ausdrucksstarker Vortrag zogen die Zuhörer in ihren Bann und sie wurde, zusammen mit der Klavierbegleitung von Gudula Senftleben mit viel Applaus bedacht.

Dass auch „Jungenhände“ der Altersgruppe IV der Gitarre sanfte Klänge entlocken können, zeigte das Gitarrentrio Henning Koch, Justin Parlitz und Steffen Toborg. Ihr Vortrag wurde mit einem 2. Preis belohnt. Dem Cadenberger Publikum trugen sie aus Brüderls „Beelzebub“ die Stücke „Zamba“, „Knockout“ und „Ketschup“ vor. In den Jahren zuvor hatten einzelne Mitglieder dieses Trios bereits an verschieden Wertungen bei "Jugend musiziert" teilgenommen.

Mit der Souveränität eines erfahrenen Geigenvirtuosen betrat dann aus der Altersgruppe III (Violine-solo) der junge Michael Reichert die Bühne. Sein Programm, der erste Satz des „Violinkonzertes a-moll“  von J.S. Bach und der eigentlich für Akkordeon komponierte Tango „Adios Noniño“ von A. Piazolla hatten ihm schon beim Regionalwettbewerb einen 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb gesichert. Mit der einfühlsamen Begleitung des Zwillingspaares Heinrich und Kornelius Reichert, beide der Opa und der Großonkel von Michael, gelang hervorragender Vortrag, der mit viel Beifall belohnt wurde. Ein Paradebeispiel für generationsübergreifendes Musizieren.

Der Höhepunkt dieses Konzertes wurde von  Katharina Wulff (Violoncello - Altersgruppe III) und Theresa Ziegler (Klavierbegleitung - Altersgruppe VI) gestaltet. Theresa Ziegler, die gleich zwei erste Preise mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb in verschiedenen Wertungen belegen konnte, hat das Bild von "Jugend musiziert" in den letzten Jahren mit geprägt und begeisterte das Publikum schon auf vielen Konzerten als Solistin und als zuverlässige Begleiterin von anderen Instrumentalsolisten.  Ihre diesjährige  Partnerin Katharina Wulff brillierte auf dem Cello mit der „Sonate Nr.3 a-moll“  von A. Vivaldi und der „Sicilienne“ von Faure. Den Schlusspunkt setzte die Cellistin mit dem Solo „Expedition“ von Köppen. Einmal mehr konnte sie deutlich machen, wie hervorragend sie ihr Instrument schon beherrscht.  Auch bei diesem Vortrag blieb der verdiente Beifall natürlich nicht aus.

Die Beiträge aller auftretenden jungen Musiker zeigen einmal mehr, dass Jugendliche ihren Platz auf den hiesigen Konzertbühnen haben müssen. Alle Verantwortlichen und Unterstützer von „Jugend musiziert“ freuen sich auf die Beiträge und Leistungen der Teilnehmer Ende Januar 2011 in Stade. Es bleibt zu wünschen, dass dabei zunehmend auch gleichaltrige Jugendliche als Publikum gewonnen werden können.

Für alle jungen MusikerInnen aus dem Landkreis Cuxhaven, die eine musikalische Laufbahn als Solisten, Orchestermusiker oder Musiklehrer anstreben, oder aber Berufe ergreifen möchten in denen musikalisches Grundwissen erforderlich ist,  teilt die Musikschule An der Oste mit, dass noch Plätze in der studienvorbereitenden Ausbildung (SVA) frei sind. Die Teilnahme an der SVA ist gebührenfrei. Der Kursus wird geleitet von Wolfgang Haack. Weiter Informationen unter: 04771-3214.
Konzertbericht 21. Februar - Preisträgerkonzert „Jugend musiziert“
Ihr kompetenter Bildungspartner in Sachen Musik
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